Planet Poststadion

Der SportPark Poststadion ist eine grüne Insel inmitten eines wachsenden Großstadtviertels. Auf den Hügeln des Parks und den großen Trainingsplätzen verschwindet Berlin, die Silhouette, der Krach, der alltägliche Stress.

Diese verträumte Leere wird in den kommenden Jahren zwangsläufig mit einer neuen Betriebsamkeit im umliegenden Quartier konfrontiert. Auf der benachbarten Industriebrache entsteht die Europa-City, der Stadtkern Berlins, die „neue Mitte“ verlagert sich nach Westen. Die Einwohnerzahl Moabits wird in kurzer Zeit um 15 Prozent steigen.

Damit einher geht ein Transformationsprozess, eine drastische, sozialräumliche Veränderung. In den kommenden Jahren werden vor Ort kontinuierlich Kompromisse gefunden werden müssen; zwischen alten und neuen Bewohnern, Behörden und Institutionen, Anliegern und Gästen.

Dieser städtebaulichen und sozialräumlichen Veränderung kann sich ein Areal wie der SportPark Poststadion nicht entziehen. Im Gegenteil: An das Privileg dieses herausragenden Orts ist geradezu die Verpflichtung geknüpft, sein großes, integratives Potential zu nutzen.

Der SportPark bietet eine Chance, den Transformationsprozess des Quartiers im Kleinen beispielshaft vorzuleben. So wie im gesamten Stadtteil werden auch auf dem Stadiongelände Kompromisse gefunden werden müssen, zwischen alten und neuen Nutzern, Verwaltung und Vereinen, Sportlern und Touristen.

Eine Öffnung des SportParks Poststadion erscheint unvermeidbar, verbunden auch mit neuen Strukturen, Projekten und Ideen. Aber nicht zu jeder Bedingung und nicht um jeden Preis. Denn Kompromisse müssen kluge Kompromisse sein, eine Transformation gerichtet und von innen heraus erfolgen.

Diesen Prozess anzustoßen, zu begleiten, zu moderieren und zu dokumentieren ist die Aufgabe des Projektes „Planet Poststadion“. Eine effiziente Dach-Organisation regelt Verwaltung, Entwicklung und Dialog. Sie sichert den Betrieb und die Unabhängigkeit des Geländes und entwickelt die Vision Poststadion in Zusammenarbeit mit den Partnern vor Ort weiter.

Seit 2012 wird die Gründung eines Betreibernetzwerks vorbereitet. Es soll die Angebote der ansässigen Vereine und der umliegenden Institutionen noch stärker bekanntmachen und durch Vernetzung und Kooperation Synergieeffekte erzeugen.

sportbüro e.V. ist von August bis Dezember 2015 beauftragt, den begonnen Entwicklungsprozess zu analysieren. Auf dieser Grundlage entwickelt der sportbüro e.V. eine konzeptionelle Basis für den Aufbau und dauerhaften Betrieb einer Dach-Organisation, die Verwaltung, Entwicklung und Dialog koordiniert. Seit August steht der Verein deshalb im Austausch mit dem Sportamt, der Gruppe Planwerk, der bisherigen Gebietskoordinatorin und in ersten Kontaktrunden auch mit Akteuren vor Ort.

Die Vision des sportbüro e.V. ist der „Planet Poststadion“ – ein vielfältiger Ort, an dem sich Sport, Freizeit und aktive Kultur verbinden. Ein Ort, der in sich stabil ist und so nach außen wirken kann, der Gemeinschaft und Identifikation herstellt, getragen von einer Vielzahl engagierter Akteure und starken Partnerschaften.

Foto: Malte Spindler

Auftraggeber: Bezirksamt Mitte von Berlin, Abt. Jugend, Schule, Sport und Facility Management

Fördermittel: Stadtumbau West, inkl. Mittel der EU (EFRE)

Projektlaufzeit: August 2015 bis April 2017

Projektleiter: Philipp Hickethier