ALBA bewegt Kinder

Das Projekt „ALBA bewegt Kinder“ soll Vorschulkindern im Wedding einen Zugang zum organisierten Sport und einen leichteren Einstieg in das Schulleben ermöglichen.

Zu diesem Zweck haben sich der Kindergarten Kunterbunt Gottschedstraße 27 (Träger: Kinder in Bewegung gGmbH), die Gesundbrunnen Grundschule und ALBA BERLIN Basketballjugend e.V.unter Koordination und Leitung des gemeinnützigen Vereins sportbüro e.V. zu einem Bildungsverbund zusammengeschlossen.

Das erste gemeinsame Projekt ist „ALBA bewegt Kinder“. Es wird aus den Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert, die die Deutsche Sportjugend (dsj) im Rahmen des Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ vergibt.

Seit April unterstützt Jugendtrainerin Carina Maaß in fünf Stunden pro Woche den Kindergarten Kunterbunt mit ihrer sportlichen Expertise. Außerdem spielt sie mit den Kids in vier Sportstunden wöchentlich in der Halle der Gesundbrunnen Grundschule.

„Alba bewegt Kinder“ schafft damit zusätzliche Bewegungsangebote und Bewegungsräume für Mädchen und Jungen im Vorschulalter. Aber das ist nur der Anfang. Hinter dem Projekt steht die Idee, dass die Verbindung von Kita, Schule und Verein eine umfassende Sport-, Sprach- und Bildungsförderung ermöglicht, insbesondere in sozial benachteiligten Gegenden wie dem Stadtteil Wedding.

„Es ist wichtig, dass wir die Kinder schon früh intensiv begleiten und Schule und Eltern miteinbeziehen“, sagt die stellvertretende Kita-Leiterin und Gruppenerzieherin Elleni Adamidis. Denn wenn die Kinder in der Schule kommen, fangen für viele die Schwierigkeiten erst an. „Wir haben einen großen Teil Eltern, die nicht lesen und schreiben können“, sagt Schulleiterin Manduela Krüger. Vielfach fänden sich weder Eltern noch Kinder im Kosmos von Schule und Institutionen zurecht. „Sie wissen nicht wie Schule funktioniert. Sie haben Angst davor ihre Rechte und Pflichten wahrzunehmen. Sie trauen sich kaum in die Schule rein.“

An diesem Punkt setzt „ALBA bewegt Kinder“ an. Durch die frühe Förderung in der Kita werden schon im Kindesalter die Grundlagen für ein aktives Leben gelegt und Hemmschwellen gegenüber Bildungsinstitutionen abgebaut. „Wenn die Kinder ihren ersten Schultag haben und auf dem Pausenhof ruft einer von den Großen: „Du warst doch schon hier!“ – dann macht das den Einstieg viel leichter“, sagt Dagmar Meermann, Fachberaterin für Bewegungspädagogik beim Kita-Träger Kinder in Bewegung (KiB). Die KiB-Kindergärten arbeiten nach dem Leitmotiv “Bewegung als pädagogisches Prinzip”. Auch den Übergang zwischen Schule, Sport und Verein durch einen bewegungsorientierten Ansatz zu unterstützen, ist nur die logische Konsequenz, wie Meermann hinzufügt.

Zugleich sei Sport auch Ansporn für Bildung und Sprachförderung: „Durch das Sportangebot lernen die Kinder sich zu orientieren. Sie erfahren abstrakte Begriffe am eigenen Körper: davor, dahinter, oben unten. Außerdem schaffen wir damit Sprachanlässe: Die Kinder reden miteinander und haben auch zuhause etwas zu erzählen.“

Das Prinzip ist an der Gesundbrunnen Grundschule schon erprobt. „Wir brauchten einfach eine Idee für Bewegung und Sprachförderung. Und unsere Erfahrung ist, dass unsere Kinder mit Sport zu begeistern sind“, sagt Schulleiterin Krüger. Seit fünf Jahren kooperiert die Schule mit ALBA BERLIN Basketballteam e.V. Drei Jugendcoaches helfen im Unterricht und bieten AGs am Nachmittag an. Für basketballaffine Kids schaffen sie die Verbindung zum Verein und zum regulären Spielbetrieb. Über die Zeit hat sich an der Gesundbrunnen Grundschule eine auf gemeinsamen Spiel und Sport ruhende Schulkultur entwickelt, die nicht nur Bewegung sondern auch gesellschaftliche Teilhabe fördert. Mit der Verbindung zur Kita kommt ein weiterer Baustein hinzu, um die sportliche und soziale Entwicklung der Kinder nachhaltig und kontinuierlich zu begleiten.

Kindergärten kümmern sich in der Kernzeit von 8 bis 16 Uhr um die Kids, offene Ganztagsgrundschulen von 8 bis 13.30 Uhr. Was außerhalb dieses Betreuungsrahmens, insbesondere an den Wochenenden und in den Ferien passiert, wird in der Regel den Kindern und Jugendlichen selbst überlassen. Schule und Kita sollten Kinder deshalb einerseits dazu befähigen, in der freien Zeit eigenständig mit Spaß und Motivation Sport zu treiben. Anderseits sollten Bewegungsangebote und Bewegungsräume außerhalb des Betreuungsrahmens angeboten werden. Dies setzt jedoch voraus, dass die Bewegungsangebote im Kindergarten und in der Grundschule aufeinander aufbauend organisiert und konzipiert sind.

In der Praxis sieht das so aus: Das Trainerteam von ALBA BERLIN Basketballjugen erarbeitet Bewegungsangebote für die Vorschulkinder des Kindergartens Kunterbunts, die als Vorerfahrung für den Einstieg in die Schule wichtig sind. sportbüro e.V. kümmert sich um Begleitung und Dokumentation für „ALBA bewegt Kinder“ und sucht Möglichkeiten zur Ausweitung und Verstetigung der Aktivitäten.

Jugendtrainerin Carina begleitet die Kinder des Kindergartens Kunterbunt nicht nur in der Betreuungszeit, sondern auch in der Freizeit, insbesondere in den Ferien. Den Vorschulkindern werden neben dem regelmäßigen Training auch Camps in den Ferien angeboten. Ein Großteil aller Aktivitäten findet in den Räumlichkeiten der Gesundbrunnen Grundschule statt. Die Kinder nehmen die Schule schon früh als Bewegungsraum wahr, Hemmnisse und Ängste im Übergang vom Kindergarten zur Schule werden abgebaut. Am Schuljahresende treffen Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie die Coaches bei einem gemeinsamen Abschlussturnier an der Schule zusammen. So bilden sich Kontakte schon vor dem ersten Schultag und werden durch gemeinsame Bewegung, Spiel und Sport weiter gefestigt.

Foto: Malte Spindler

Ein Blick in’s Ostercamps 2014 | Interviews mit den Projektakteuren

 

Ein Gemeinschaftsprojekt von: sportbüro e.V. | Kindergarten Kunterbunt Gottschedstraße 27 | Gesundbrunnen Grundschule Berlin | ALBA BERLIN Basketballteam e.V.

Gefördert von: Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) | Deutsche Sportjugend (dsj) | Förderprogramm: „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Programm Sport: Bündnisse! Bewegung – Bildung – Teilhabe

Projektlaufzeit: April 2014 bis September 2017

Projektleiter: Malte & Urs Spindler, Philipp Hickethier